Aus der Praxis gedacht – für die Zukunft gemacht.
Publiziert am 24.06.2026
Die MIBAG AG gibt es schon seit mehr als 50 Jahre. MIBAG AG kennt man von den mobilen Energiezuführungssystemen, vom Aufroller, über Stromschienen bis zu Kabelwagenanlagen.
Seit 2017 ist die MIBAG AG im Bereich der Elektromobilität aktiv. In dieser Zeit durften wir eine Vielzahl spannender Projekte realisieren – von Federzügen und Balancern für Ladestationen (Standalone-Lösungen) über kabelbasierte Aufrollsysteme, sowohl motor- als auch federbetrieben, bis hin zu komplexen Pantographenlösungen.
Ein besonders prägendes Projekt entstand in Zusammenarbeit mit einem Spediteur, der einer der ersten eLKWs mit einer Batteriekapazität von 1000 kWh im Einsatz hatte. Die Umsetzung verlief zunächst erfolgreich. Doch nicht nach wenigen Ladezyklen, sondern erst deutlich später, meldete sich der Kunde mit einem Problem: Die Kabeltrommel funktionierte nicht mehr.
Bei der Analyse vor Ort zeigte sich ein gravierender Schaden. Im Innern des Schleifringkörpers war es aufgrund der hohen thermischen Belastung zu massiven Schmelzschäden gekommen. Nach intensiver und langwieriger Fehlersuche wurde klar: Bei derart langen Ladezyklen – bis zu 8 Stunden mit einer Leistung von 160 kW – stossen klassische Kabelaufrollsysteme mit Schleifringkontakten an ihre physikalischen Grenzen.
Diese Erkenntnis war der Startschuss für eine neue Idee.
Fabian Streuli hatte bereits länger Visionen für ein völlig neues System zur Kabelführung – ganz ohne Schleifringkontakte. Gemeinsam mit seinem Bruder Tobias Streuli, der zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren im Unternehmen tätig war und seine Erfahrung aus dem Sondermaschinenbau einbrachte, begann die Entwicklung eines völlig neuen Ansatzes.
Fabian gab den Impuls – Tobias setzte ihn in die Praxis um. Innerhalb kurzer Zeit entstand ein erstes Konzept: die Grundlage für das spätere LineDrop System. Die erste Version wurde manuell betrieben. In einem internen Versuchsaufbau wurden sehr intensive Tests durchgeführt, wie sich Ladekabel und Schläuche in verschiedenen Gewichtsklassen kontrolliert führen und in der Höhe verstauen lassen.
Der Weg zur Lösung war anspruchsvoll. Die auftretenden Kräfte beim Absenken und Anheben der Kabel waren erheblich. Verschiedene Ansätze, unter anderem mit zusätzlichen Federzügen zur Entlastung, wurden getestet – jedoch ohne den gewünschten Erfolg.
Der entscheidende Durchbruch gelang mit der Idee eines motorischen Antriebs. In Kombination mit einer speziellen Antriebsschiene und einem Schienenführsystem entstand schliesslich die finale Lösung: das MIBAG LineDrop System.
Ein System, das nicht nur technisch überzeugt, sondern auch ein Meilenstein in der 50-jährigen Geschichte der MIBAG AG darstellt.
Möglich wurde dies auch durch das Vertrauen von Bruno Streuli, der seinen Söhnen den nötigen Freiraum gab, diese Innovation voranzutreiben. Ohne dieses Vertrauen wäre dieser Schritt nicht möglich gewesen.
Heute sind wir stolz darauf, mit dem LineDrop System eine zukunftsweisende Lösung für die Elektromobilität geschaffen zu haben – entwickelt aus Erfahrung, Leidenschaft und dem Mut, neue Wege zu gehen.